
Um als deutscher Staatsangehöriger in den USA studieren zu dürfen ist ein Studentenvisum erforderlich. Leider ist selbst für deutsche Staatsangehörige ein großer Aufwand für dieses Visum aufzubringen.
Inhalt: Vorbereitung - Termin - Im Konsulat - Das Visum
Vorbereitung
Nachdem dich das "CERTIFICATE OF ELIGIBILITY FOR EXCHANGE VISITOR (J-1) STATUS", was eine Art Einladung der Partnerhochschule ist, von der Partneruni erreicht hat, kann telefonisch oder online (günstiger & einfacher) ein Termin bei einem der US Konsulate in Berlin, München oder Frankfurt vereinbart werden. Bis zu diesem Termin müssen $180 I-901 Gebühren an das Department of Homeland Security und €107,42 Gebühren an das Konsulat bezahlt und verschiedene Formulare ausgefüllt werden. Wurde der Termin online vereinbart, stehen die entsprechenden Formulare unter dem persönlichen Login zur Verfügung und können auch direkt am Computer ausgefüllt werden. Der Aufwand zum Ausfüllen ist sehr hoch, da u.a. ein Lebenslauf in vorgegebene Felder ausgefüllt werden soll oder auch Angaben zum Wohnort der Familie erforderlich sind. Zusätzlich wird auch verlangt, Personen außerhalb der Verwandtschaft anzugeben, welche die Richtigkeit der angegebenen Daten (Familienangehörige usw.) bezeugen können. Einige dieser Angaben sind allerdings nur für die Männer unter uns erforderlich.Alle für den Termin erforderlichen Formulare, Unterlagen, Reisepass und Passfoto werden auch in einer automatisch versendeten E-Mail aufgelistet.
Termin
Der große Tag liegt meist kurz vor den Prüfungen in Deutschland, da das zuvor erwähnte "CERTIFICATE OF ELIGIBILITY FOR EXCHANGE VISITOR (J-1) STATUS" erst recht spät eintrifft. Dennoch muss man sich die Zeit nehmen und den vereinbarten Termin wahrnehmen. Ich habe das US Konsulat in Frankfurt gewählt, da Frankfurt von Konstanz aus dank Autobahn am einfachsten erreichbar ist. An der Straße vor dem Konsulat sind einige kostenlose Parkplätze vorhanden, weshalb ich nicht lange suchen musste ich bereits sehr früh vor dem Konsulat stand. Wie ich später festgestellt habe, spielt dies aber keine Rolle, da der vereinbarte Termin eher ein Richtwert ist. Zahlreiche Bewerber haben einen Termin zur selben Zeit.
Im Konsulat
Nach einer kurzen Warteschlange vor dem Gebäude, hat zunächst eine Dame vor dem Konsulat geprüft, ob ich alle erforderlichen Unterlagen dabei habe und die notwendigen Gebühren bezahlt sind. Von dieser Dame bekommt man auch seine Nummer, die später benötigt wird. Dies war auch die einzige Person an diesem Tag, mit der ich in englischer Sprache kommunizieren musste.Nach einer weiteren kurzen Warteschlange, ebenfalls vor dem Gebäude (bei Schnee) gab es das nächste Gespräch, hier ging es um die Sicherheit durch mitgebrachte Gegenstände. Wenige Minuten später war ich im ersten Gebäude wo der Security-Check stattfindet. Der Metalldetektor hat nichts gefunden, dafür aber das Personal. Da Elektronikgeräte jeglicher Art untersagt sind, wurde mein Schlüsselanhänger, ein USB-Stick in der Größe von 2x 1 Euro-Cent, konfisziert. (Auch wenn im Autoschlüssel vermutlich mehr Elektronik drin steckt - egal, habe ihn ja wieder bekommen)Danach geht es ins nächste Gebäude, wo dann später auch das eigentliche "Interview" stattfindet. Hier prüft ein deutscher Mitarbeiter noch ein Mal die Vollständigkeit aller Unterlagen und druckt bei Bedarf auch ein vergessenes Formular nochmals aus.Danach ist Warten angesagt. Man sitzt in einem riesigen Raum mit zahlreichen nummerierten Schaltern außenrum. Nach etwa 20-30 Minuten wurde meine Nummer angezeigt. Am ersten Fenster gibt man seine Unterlagen ab und alle zehn Fingerabdrücke werden gescannt. Nach weiteren 20 Minuten Wartezeit wurde ich zum Interview aufgerufen. Der wohl freundlichste Mitarbeiter wartete in seinem Fenster auf mich. Dieser hat die Aufgabe festzustellen, ob der Bewerber böswillige Absichten hat und ob die finanzielle Versorgung gesichert ist. Die Frage zu den böswilligen Absichten beschränkte sich darauf, was ich in den USA vor habe. Antwort: Ein Semester studieren. OK. Die finanzielle Versorgung wird zwar schon auf einem der Formulare angegeben, ich wurde aber nochmals danach gefragt. Antwort: Bafög. OK.Während der Mitarbeiter einige Unterlagen ausfüllte gab es noch einen Smalltalk, hauptsächlich über meine 4-wöchige Reise an der Westküste, die ich 1,5 Jahre zuvor unternahm. Der Mitarbeiter war sehr freundlich, sein Deutsch war nicht perfekt, aber vermutlich besser als mein Englisch. Der Mann hat eindeutig Spaß an seinem Job, was "der Kunde" auch zu spüren bekommt.Ich hoffe, ich konnte mit dieser Story die übliche Nervosität vor dem Interview ein wenig herunterschrauben.
Das Visum
Mein Reisepass, welcher zunächst im Konsulat bleibt, erreichte mich mit dem Visum etwa 7-10 Tage später per Post.
Das Visum ist für den gesamten Zeitraum des Terms (evt. + Praktikum) gültig. In den USA einreisen darf man exakt 30 Tage vor Beginn des Terms. Nach dem Term hat man weitere 30 Tage Zeit das Land zu verlassen.Vor Ablauf des Terms darf man beliebig oft Ausreisen und wieder Einreisen um z.B. Trips nach Kanada zu unternehmen. Für Kanada brauchen wir Deutschen derzeit übrigens kein Visum.
Solltest du länger als 30 Tage vor oder nach dem Term im Land verbleiben wollen findest du unter folgendem Link Informationen zum Besuchervisum B1 / B2.