
Da mein Freund im Spring 2009 ein Auslandssemester an der Kettering University in Flint absolviert, haben wir uns überlegt zuvor vier Wochen lang die USA zu bereisen. Aufgrund des Klimas im März hat sich Florida gut angeboten. Die ersten zwei Wochen haben wir in Florida verbracht, die verbleibenden zwei Wochen wurden genutzt um über Washington, New York und die Niagara Fälle nach Toronto zu kommen, wo die Reise für mich endete.
Dieser Bericht beinhaltet neben persönlichen Erfahrungen und Eindrücken, die wir während der gesamten Reise gesammelt haben, auch wertvolle Informationen über die besuchten Städte, gemachte Touren und genutzten Unterkünfte. Zusätzlich möchten wir Preise für besondere Ausflüge oder Hotels angeben, da diese teilweise weder im Internet, noch in Reiseführern zu finden sind.
Den Bericht haben wir aus Übersichtsgründen in drei Teile gegliedert.
Seite 1: Miami I - Everglades Nationalpark - Key West - Dry Tortugas Nationalpark - Miami II
Seite 2: Orlando - Daytona Beach - Cape Canaveral - Washington D.C.
Seite 3: New York City - Niagara Falls - Toronto - Flint
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Die große Reise ging in Miami los. Am Flughafen angekommen, gings erst mal zur Mietautostation. Nach einem kurzen Gespräch und einigen Formalitäten am Schalter durften wir uns ein beliebiges Auto auf dem Parkplatz der gebuchten Autokategorie aussuchen. Der Schlüssel hat gesteckt und ein netter Mitarbeiter hat uns sogar geholfen das Gepäck zu verstauen. Dann gings auch schon los in die schöne Palmenstadt. Unser Autoanbieter hat uns zwar eine Straßenkarte von Miami und Umgebung mitgegeben, diese war aber sehr unübersichtlich und vor allem viel zu grob. Also ein Tipp: man sollte sich auf jeden Fall vorher genau informieren wo man hin muss bzw. eine genauere Straßenkarte/Atlas besorgen, denn auf die Straßenkarte der Autovermietung ist kein Verlass.
Der Weg zum Hotel, welches sich in Miami North Beach befand, war recht angenehm. Ich muss allgemein anmerken, dass man sich sehr schnell in an das Straßensystem in den USA gewöhnt, was sich bis ein paar Ausnahmen von unserem kaum unterscheidet.
Wir hausten in der Collins Avenue auf Höhe der 87th Street im Howard Johnson, was eine sehr ruhige Gegend ist, zumindest im Vergleich zu South Beach. Das 2,5-Sterne Hotel war ok, zwar etwas älter, was man an den Zimmermöbeln sehen konnte, dafür sorgten aber die Lobby und die Bar für einen WOW-Effekt.
Der Außenpool sowie der Whirpool waren zwar ganz nett aber nichts Besonderes. Der Strand, der sich direkt hinter dem Hotel befindet war sehr sauber und vor allem nicht menschenüberfüllt. Wir hatten leider am ersten Abend einen unerwünschten Gast auf unserem Zimmer. Während des abendlichen Zurechtmachens im Bad kroch mir eine etwa 7-8cm lange Kakerlake über den Fuß. Später haben wir die Erfahrung gemacht, dass Kakerlaken in dieser Gegend nicht anders betrachtet werden als in Deutschland die Stubenfliegen. Die gibt es nicht nur in Hotels, sondern auch überall auf den Straßen und auch in Fastfood-Restaurants (dazu näheres in Key West).
Wir hatten in den ersten 4 Tagen leider nicht viel von Miami und der tollen Strandlage unseres Hotels, da wir die meiste Zeit mit der Autosuche verbracht haben.
Am 5. Tag haben wir eine Bus- und Bootstour in Miami gemacht (Preis: 45$ pro Person, 2 Touren zusammen). Mit dem Bus wurden hauptsächlich South Beach, Miami Downtown und Coconut Grove angesteuert.
Die Bootstour ging vom Hafen in Downtown zu den künstlichen Inseln Star- , Palm- und Hibiskus- Island. Das Boot ist richtig nah an die schicken Villen von verschiedenen Stars (wie Madonna, oder Jackie Chan usw. ) rangefahren und es wurde einiges darüber erzählt. Die Tour ging insgesamt etwa 3-4 Stunden, war interessant und ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Nach der Tour haben wir Miami (fürs erste) verlassen um nach Florida City zu fahren und die Everglades anzuschauen.
Everglades Nationalpark (6.März 2009)
Um nicht weit fahren zu müssen haben wir beschlossen die nächstgelegene Alligator Farm von FloridaCity aus zu besuchen um die Sümpfe zu sehen. Das war eine kleinere Farm, die aber alles nötige geboten hat. Es werden zu bestimmten Uhrzeiten Shows bzw. Aktivitäten angeboten, meistens im Zeitabstand von einer Stunde. Insgesamt gibt es zu sehen: Eine Alligatorshow, Schlangenshow, Alligatorfüttern und eine etwa 10-15minütige AirBoatfahrt.
Der Park ist einem Zoo ähnlich aufgebaut, wo sich hinter Zäunen verschiedene Tiere befinden, hauptsächlcih Alligatoren, aber auch Krkokodile, Schildkröten, Schlangen, Babyalligatoren u.v.m. Man hat die Möglichkeit sitzend auf einem Riesenalligator ein Foto zu machen (für 10$ extra), nach den Tierenshows hat man auch die Möglichkeit einen Babyalligator oder eine Schlange in der Hand zu halten (kostenlos). Der Parkbesuch hat uns 21$ p.P. gekostet und wir waren sehr zufrieden.
Nach einer weiteren Nacht in Florida City sind wir mit hohen Erwartungen nach Key West aufgebrochen. Die Fahrt dorhin war ein aubsoluter Augenschmaus. Das Panorama ist unbeschreiblich schön und man bekommt gar nicht genug davon. Da wir ziemlich früh aufgebrochen sind und erst am abend auf Key West antreffen wollten, haben wir beschlossen irgendwo auf den Keys eine Strandpause einzulegen. Nach einer kurzen Suche haben wir auf der Insel Marathon einen wahnsinnig tollen Strand entdeckt. Dieser war fast menschenleer, mit nötigen Einrichtungen wie Dusche und Klo ausgestattet und das Wasser war sehr sauber. Wir haben fast den ganzen Tag an diesem Strand verbracht, welchen ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde, denn auf Key West haben wir keinen Strand gefunden der nur annäherungsweise mit diesem vergleichbar wäre.
Auf Key West angekommen haben wir als erstes ein Touristeninfocenter aufgesucht um uns nach Touren auf Fort Jefferson zu erkundigen, was der eigentliche Grund unseren Key West Besuchs war, denn dieser Nationalpark ist leider nur von Key West aus per Wasserflugzeug oder Boot erreichbar.Wir haben direkt im Infocenter eine Tour für den nächsten Tag gebucht.
Key West selber ist eine grundlos überteuerte und verdreckte Stadt, wie wir am nächsten Tag feststellen konnten. Auf Grund hoher Hotelspreise, etwa 150Euro pro Nacht, hatten wir geplant die 2 Nächte auf der Insel in unserem Auto zu übernachten. Im Infocenter wurden wir jedoch darauf hingewiesen, dass es in dieser Stadt verboten wäre im Auto zu übernachten und man dafür sogar in den Knast kommen könnte, was ich sehr bezweifle. Diese Stadt tut alles dafür um die Touristen in ihre überteuerten Hotels unterzubringen, so gab es z.B auf keinem der öffentlichen Strände eine funktionierende Dusche und es gab auch überall in abgelegenen Gebieten einen Parkverbot über Nacht. Da wir uns weder einschüchten noch abzocken lassen wollten haben wir es uns auf dem Parkplatz eines 24-Stunden Ladens Walgreens im Auto gemütlich gemacht und problemlos die ersta Nacht geschlafen.
Am nächsten morgen haben wir ein Parkhaus nahe Zentrum aufgesucht. Parkhäuser gibt es auf Key West einige, die meisten sind aber wie alles andere überteuert. Unser Parkhaus, das sich direkt gegenüber vom Hafen Befindet hat 16$ für 12 Std gekostet und man durfte mit dem Parktiket kostenlos Bus fahren. Am Hafen rechtzeitig angekommen wurde uns erklärt, dass unser Boot von einer halben Stunde bereits abgefahren sei. Nachts wurde die Uhr auf Sommerzeit umgestellt, was in den USA 2 Wocher früher als in Europa passiert, aber die Mirarbeiter des Infocenters haben es wohl vergessen uns zu sagen. Da wir nicht die einzigen mit diesem Problem waren, durften wir am nächsten Tag bei der Tour mitmachen. So standen wir um 8Uhr morgens mitten in Key West und beschlossen uns an diesem Tag Key West anzuschauen. Die laut Infocenter wohl belebteste und bekannteste Duval Street, durch die man unbedingt laufen sollte, hat uns sehr enntäuscht. Es hat überall nach Urin gestunken, die Schuhe klebten am Boden, ich will nicht wissen ob das ebenfalls Urin oder Bier war, wir haben mindestens 2 Penner gesehen, die mitten auf dem Gehweg geschlafen haben und überall Straßenmüll...das waren wohl die Reste der gestrigen Party, die fast jeden Abend in dieser Straße steigt. Beim Frühstück im nächsten Wendy's kroch unseren Tischnachbarn eine Kakerlake über den Tisch und über das Klo hatte einen widerwertigen Zustand. Am Vormittag haben wir uns die Wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeschaut, welche zu Fuß ganz gut zu erreichen sind, und es wirklich nicht nötig ist eine Tour mit der Bimmelbahn zu buchen. Fortsetzung folgt...
Dry Tortugas Nationalpark (Fort Jefferson) (9. März 2009)
Die Tour ging am Hafen in Key West los. Man wurde auf dem Boot von „Captain Jack“ und seiner Crew herzlich begrüßt und durfte sich gleich am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedienen. Nach dem vielfältigen und guten Essen hatte man noch etwa 2 Stunden Fahrtzeit, die man entweder mit schlafen oder Aussicht genießen (die wirklich herrlich war) verbringen konnte. Man wurde jedoch immer wieder von den Piratengeschichten vom Captain, die aus den Lautsprechern dröhnten, erschreckt. Diese wurden in einem etwas krächzenden und eher wahnsinnig als spannend klingenden Ton vorgetragen. Wer wollte, konnte sich auf dem Boot kostenfrei Schnorchelausrüstung ausleihen und bekam einen Plan über gute Tauchstellen auf der Insel. Dry Tortugas ist bekannt für ein reichhaltiges Unterwasserleben und wunderschöne Korallen.
Nach der Ankunft hatte man die Wahl die Insel selbst zu erkunden oder eine vom Captain geführte Tour zu machen. Man hatte etwa 4 Std zur freien Verfügung. Wir haben nach wenigen Minuten Tour doch noch beschlossen alleine loszuziehen, weil die Erzählungen akkustisch kaum verständlich waren und die Tour ziemlich lahm voranging. Da die Insel klein und übersichtlich ist, war es kein Problem sich zurechtzufinden. Es befinden sich auch überall Infotafeln zum nachlesen. Wir haben in etwa einer Stunde die tollsten Ecken der Festung angeschaut. Die Aussichten sind wirklich atemberaubend, das Wasser klar und azurblau und das Gefühl ganz weit weg von der Zivilisation und Hektik zu sein lässt Gänsehaut aufkommen.
Dann war auch schon Zeit für das Mittagessen, das auf dem Boot in Büffetform serviert wurde. Es war nicht viel anders als das Frühstück. Man konnte sich Brote/Baguettes belegen und sich an ein paar Salaten bedienen, die gekühlten Getränke waren auch inklusive.
Die restlichen 1,5-2 Std haben wir mit Schnorcheln und Baden verbracht. Dann war leider auch schon Zeit für die Abreise. Wir haben die wenigen Leute, die dort zum Campen geblieben sind beneidet, denn wenn das Boot abgefahren ist, hat man die Trauminsel ganz für sich allein!
Der Spaß hat uns etwa 150$ pro Person gekosten, aber es lohnt sich wirklich!
Ich werde auf jeden Fall wieder auf diese wunderschöne Insel gehen und das nächste Mal auch ein Zelt mitnehmen!
folgt